Ein Workshop mit Kollegen in drei Städten, eine Retrospektive nach dem Sprint oder eine schnelle Skizze für den Kunden. Mit einem Online-Whiteboard arbeitet ihr gemeinsam auf einer digitalen Fläche, klebt Notizen, zeichnet Abläufe und sortiert Ideen, egal wo ihr gerade sitzt. Die Tools ähneln sich auf den ersten Blick, setzen aber eigene Schwerpunkte.
In dieser Übersicht findest du sieben bekannte Online-Whiteboards mit ihren wichtigsten Funktionen, dem kostenlosen Einstieg und den Preisen laut Anbieter. So kannst du besser einschätzen, welches Tool zu deinem Team und deinen Meetings passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Sechs der sieben vorgestellten Online-Whiteboards bieten laut Anbieter eine kostenlose Version, oft mit einer Grenze bei der Zahl der bearbeitbaren Boards.
- Microsoft Whiteboard ist Teil von Microsoft 365 und in Teams-Besprechungen eingebunden.
- Bezahlt wird meist pro Nutzer und Monat. Bei jährlicher Zahlung weisen mehrere Anbieter niedrigere Monatspreise aus.
- Gäste, Besucher und externe Teilnehmer behandeln die Anbieter unterschiedlich. Das lohnt einen Blick, wenn du oft mit Kunden arbeitest.
Online-Whiteboards im Vergleich: die Übersicht
Die Tabelle zeigt dir die sieben Tools auf einen Blick. Als Preis steht jeweils der günstigste Bezahltarif, so wie ihn der Anbieter auf seiner Preisseite ausweist.
| Tool | Kostenloser Einstieg | Bezahlt ab | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Canva Whiteboards | Ja, in Canva Free | 110 €/Jahr (Pro, eine Person) | Whiteboard direkt im Design-Editor |
| Excalidraw | Ja, ohne Konto nutzbar | 6 US-$/Monat pro Nutzer (Plus, jährlich) | Open Source, Start ohne Konto |
| FigJam | Ja, Starter-Abo | 3 €/Monat (Collab-Lizenz, jährlich) | Teil der Figma-Plattform |
| Lucidspark | Ja, 3 bearbeitbare Boards | 9 €/Monat (Individual, jährlich, zzgl. MwSt.) | Im Enterprise-Tarif mit Lucidchart kombiniert |
| Microsoft Whiteboard | Über Microsoft 365; Testmonat für Business Standard | über Microsoft 365 | Eingebunden in Teams-Besprechungen |
| Miro | Ja, 3 bearbeitbare Boards | 8 €/Monat pro Mitglied (Starter, jährlich) | Über 7.000 Vorlagen laut Anbieter |
| Mural | Ja, 3 bearbeitbare Murals gleichzeitig | 9,99 US-$/Monat pro Mitglied (Team+, jährlich) | Moderationsfunktionen in allen Tarifen |
Stand: Oktober 2026, laut Herstellerangaben. US-$-Preise wie auf der Preisseite des Anbieters angegeben; je nach Anbieter kommen Umsatzsteuer und Währungsumrechnung hinzu. Euro-Preise wie vom Anbieter ausgewiesen. Bei monatlicher Zahlung liegen die Preise teils höher.
Die 7 Online-Whiteboards im Detail
1. Canva Whiteboards
Canva ist vor allem als Online-Design-Tool bekannt, bringt aber auch eigene Whiteboards mit. Laut Canva bekommst du eine unbegrenzte Arbeitsfläche, Vorlagen für verschiedene Projektarten, eine Zeichnen-Funktion und Diagramme mit anpassbaren Formen und automatischen Verbindungen. Die Whiteboards laufen auf dem Desktop, im Browser und auf Mobilgeräten.
Für die Zusammenarbeit nennt Canva Timer, Kommentare und Haftnotizen, die du mit Stickern und Emojis versehen kannst. Farbige Cursor zeigen, wer gerade woran arbeitet. Laut Anbieter können auch Personen ohne Canva-Konto mitarbeiten, was zum Beispiel im Unterricht praktisch ist.
| Kostenlos | Ja, Canva Free (0 €) |
| Tarife | Pro 110 € pro Jahr für eine Person, Business 170 € pro Jahr und Person, Enterprise auf Anfrage |
| Geeignet für | Teams, Schulklassen und alle, die Whiteboard-Inhalte später in Designs weiterverwenden |
| Website | canva.com |
2. Excalidraw
Excalidraw ist ein Open-Source-Whiteboard, das du laut Anbieter ohne Konto direkt im Browser startest. Es ist auf schnelle Zeichnungen, Diagramme und Wireframes ausgelegt, etwa für UML-Diagramme, Meetings oder Interviews. Mit Frames lassen sich aus einer Zeichnung Folien für eine Präsentation bauen. Zum Teilen schickst du einen Link.
Dazu kommen KI-Funktionen wie Text to Diagram, Wireframe to Code und die Umwandlung von Mermaid-Diagrammen. Die kostenpflichtige Version Excalidraw+ ergänzt unter anderem unbegrenzte Szenen und Ordner, Speicherung in der Cloud, Kommentare, Sprach-Hangouts mit Bildschirmfreigabe sowie den Export als PDF und PPTX. Bezahlt wird laut FAQ derzeit nur per Kreditkarte.
| Kostenlos | Ja, mit einer Szene, unbegrenzten Mitwirkenden und 10 KI-Anfragen pro Tag |
| Tarife | Plus 7 US-$ pro Nutzer und Monat bei monatlicher Zahlung, 6 US-$ bei jährlicher Zahlung; 14 Tage kostenlos testen |
| Geeignet für | Entwickler, Produktteams und alle, die schnell etwas skizzieren wollen |
| Website | excalidraw.com |
3. FigJam
FigJam ist das Whiteboard von Figma. Laut Anbieter eignet es sich für Brainstorming, Diagramme, Meetings und Workshops, agile Abläufe sowie Strategie und Planung. Zum Start stehen über 300 Vorlagen bereit, etwa für Projekt-Kickoffs, Flussdiagramme, Retrospektiven oder Customer Journey Maps. Per KI erstellst du Vorlagen mit einem kurzen Befehl oder ordnest Notizen nach Themen.
Im Board tauschst du dich per Audio- und Live-Chat oder über Kommentare aus. Laut Figma kannst du Personen aus anderen Teams oder Unternehmen 24 Stunden lang ohne Login an deinen Dateien mitarbeiten lassen. Integrationen gibt es für Asana, Jira und GitHub, und mit ChatGPT lassen sich laut Anbieter Gespräche, Fotos oder PDFs in FigJam-Diagramme umwandeln. Wie du die Erinnerungen von ChatGPT verwaltest, liest du in unserem Beitrag zum ChatGPT-Gedächtnis.
| Kostenlos | Ja, Starter-Abo mit eingeschränktem Zugriff auf die Figma-Produkte |
| Tarife | Collab-Lizenz (FigJam, Figma Slides, Figma Buzz) im Professional-Abo 3 € pro Monat bei jährlicher, 5 € bei monatlicher Zahlung; Organization 5 € pro Monat (jährliche Abrechnung) |
| Geeignet für | Brainstorming, Workshops und Teams, die mit Figma arbeiten |
| Website | figma.com/figjam |
4. Lucidspark
Lucidspark ist das virtuelle Whiteboard von Lucid Software, dem Anbieter von Lucidchart. Laut Anbieter nutzen Teams es für agile Abläufe wie Standups und Sprintplanung, für Brainstorming, Nutzerforschung und Projektplanung. Auf der unendlichen Arbeitsfläche gibt es laut Anbieter Mindmaps, Zeitleisten und einen Präsentationsmodus.
Der Team-Tarif ergänzt Funktionen für Moderatoren, darunter Abstimmungen, Timer, Laserpointer und das Zusammenrufen der Teilnehmer. Außerdem kannst du Gäste einladen und frühere Versionen wiederherstellen. Im Enterprise-Tarif ist laut Preisseite Lucidchart für Diagramme enthalten. Die Testphase dauert sieben Tage, dafür hinterlegst du laut FAQ schon bei der Anmeldung eine Zahlungsart.
| Kostenlos | Ja, mit 3 bearbeitbaren Boards, Freihandzeichnen, Kommentaren und Emoji-Reaktionen |
| Tarife | Individual 9 € pro Monat, Team 10 € pro Nutzer und Monat, jeweils bei jährlicher Zahlung und zzgl. MwSt.; Enterprise auf Anfrage |
| Geeignet für | Agile Teams, Workshops und Projektplanung |
| Website | lucid.co/lucidspark |

5. Microsoft Whiteboard
Microsoft Whiteboard ist die Zeichenfläche für visuelle Zusammenarbeit in Microsoft 365. Du öffnest sie im Web, in Apps für Windows, iOS und Android oder direkt in einer Teams-Besprechung. Wer Teams im Alltag nutzt, kennt vielleicht auch die Fragen rund um den Teams-Status. Laut Microsoft stehen mehr als 60 kostenlose Vorlagen bereit, dazu kommen Loop-Komponenten und Copilot, das Gedanken visualisiert, sortiert und zusammenfasst.
Neue Whiteboards landen laut Microsoft standardmäßig in OneDrive for Business. Was das für deine Dateiablage bedeutet, erklärt unser Vergleich SharePoint vs. OneDrive. In Teams-Besprechungen können Organisatoren ein Board im schreibgeschützten Modus präsentieren. Für die Schule ist Whiteboard laut Microsoft im Angebot Microsoft 365 A1 enthalten.
| Kostenlos | Teil von Microsoft 365; Microsoft 365 Business Standard lässt sich laut Microsoft einen Monat kostenlos testen |
| Tarife | Über die Microsoft-365-Pläne; aktuelle Preise auf der Preisseite von Microsoft |
| Geeignet für | Teams, die mit Microsoft 365 und Teams arbeiten, sowie Schulen |
| Website | microsoft.com/whiteboard |
6. Miro
Miro beschreibt sich als visuellen Arbeitsbereich, in dem Teams gemeinsam mit KI an Ideen arbeiten. Neben dem klassischen Whiteboard gibt es Formate wie Docs, Tabellen, Folien, Zeitleisten und Kanban direkt auf der Arbeitsfläche. Laut Anbieter stehen über 7.000 Vorlagen von Miro und der Community bereit, und mehr als 250 Integrationen verbinden das Board zum Beispiel mit Microsoft, Slack, Google oder Adobe.
Schon im Starter-Tarif kannst du Boards öffentlich teilen, sodass Besucher ohne Anmeldung mitarbeiten. Dazu kommen Timer, Abstimmungen und ein privater Modus für Workshops sowie ein monatliches Kontingent an KI-Credits. Im Business-Tarif lädst du laut Preisseite unbegrenzt angemeldete Gäste ein. Für Enterprise-Kunden bietet Miro Datenhaltung in der EU, den USA, Australien oder Japan an.
| Kostenlos | Ja, Free mit 3 bearbeitbaren Boards (die drei zuletzt genutzten) |
| Tarife | Starter 8 €, Business 20 € pro Mitglied und Monat bei jährlicher Zahlung; Enterprise auf Anfrage ab 30 Mitgliedern |
| Geeignet für | Teams und Berater, die Workshops, Planung und Dokumentation auf einer Fläche bündeln |
| Website | miro.com |
7. Mural
Mural ist eine Plattform für visuelle Zusammenarbeit mit vielen Funktionen für die Moderation von Meetings und Workshops. Die sogenannten Facilitation Superpowers sind laut Anbieter in allen Tarifen enthalten. Dazu gehören Timer, anonyme Abstimmungen, ein privater Modus, ein Laserpointer und eine Sperre, mit der der Moderator Inhalte vor versehentlichem Verschieben schützt.
Zum Start gibt es laut Mural über 250 Vorlagen, eigene Vorlagen kannst du ebenfalls anlegen. Mural läuft im Web, als App für iPhone und iPad, Android, Windows 10 und macOS sowie auf interaktiven Displays. Einmalige Besucher kannst du in jedem Tarif zu einem einzelnen Mural einladen, im Free-Tarif mit Leserechten und ab Team+ auch mit Bearbeitungsrechten.
| Kostenlos | Ja, Free für unbegrenzt viele Mitglieder mit 3 gleichzeitig bearbeitbaren Murals |
| Tarife | Team+ 9,99 US-$ pro Mitglied und Monat bei jährlicher Zahlung (12 US-$ bei monatlicher Zahlung), Business 17,99 US-$ pro Mitglied und Monat (jährlich), Enterprise auf Anfrage |
| Geeignet für | Moderatoren, Agile Coaches und Teams mit vielen Workshops |
| Website | mural.co |
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Welches Online-Whiteboard zu dir passt, hängt vor allem davon ab, wie ihr arbeitet. Ein Team, das jede Woche Workshops moderiert, braucht andere Funktionen als jemand, der ab und zu einen Ablauf skizziert. Diese Punkte helfen dir beim Vergleich.
- Grenzen der Gratis-Version. Mehrere Anbieter begrenzen im kostenlosen Tarif die Zahl der bearbeitbaren Boards. Prüfe, ob das für deinen Alltag reicht, bevor du viele Inhalte anlegst.
- Externe Teilnehmer. Kunden und Partner ohne eigenes Konto einzubinden, regeln die Tools sehr unterschiedlich. Achte auf Begriffe wie Besucher, Gäste oder Mitglieder in der Tarifübersicht.
- Vorhandene Software. Arbeitet ihr bereits mit Microsoft 365, Figma oder Canva, ist das passende Whiteboard oft schon eingebunden. Das spart Logins und Dateiwege.
- Moderationsfunktionen. Timer, Abstimmungen und ein privater Modus machen Workshops leichter. Sieh nach, in welchem Tarif diese Funktionen enthalten sind.
- Datenschutz und Speicherort. Wo die Daten liegen und welche Vereinbarungen nötig sind, hängt unter anderem vom Anbieter, vom Tarif und von euren Inhalten ab. Kläre das im Zweifel mit deinem Datenschutzbeauftragten.
Tipp: Online-Whiteboards sind klassische Software as a Service. Du mietest das Tool, statt es selbst zu betreiben. Was hinter diesem Modell steckt und wer wofür verantwortlich ist, erklärt unser Beitrag zu SaaS, PaaS und IaaS.
Häufige Fehler bei der Nutzung von Online-Whiteboards
Ein Whiteboard ist schnell eingerichtet. Ob der Workshop damit gelingt, entscheidet sich aber meist an Kleinigkeiten in der Vorbereitung.
- Kein Testlauf vorab. Wer das Board erst im Meeting zum ersten Mal teilt, verliert Zeit mit Links, Rechten und Logins. Probiere den Ablauf vorher mit einer Kollegin aus.
- Zu viel auf einer Fläche. Eine unendliche Arbeitsfläche lädt dazu ein, alles auf ein Board zu packen. Rahmen und klare Bereiche helfen allen Teilnehmern bei der Orientierung.
- Rechte nicht geprüft. Ein öffentlich bearbeitbarer Link ist praktisch, kann aber an Personen weitergegeben werden, für die er nicht gedacht war. Lege fest, wer lesen und wer bearbeiten darf.
- Ergebnisse nicht gesichert. Nach dem Workshop bleiben Notizen oft ungenutzt auf dem Board. Fasse die Ergebnisse zusammen oder exportiere sie, solange alle noch wissen, was gemeint war.
- Nur ein Tool getestet. Die Bedienung fühlt sich bei jedem Anbieter etwas anders an. Ein kurzer Vergleich mit zwei Tools zeigt schnell, womit dein Team besser zurechtkommt.
Fazit: Das passende Online-Whiteboard hängt von deinem Arbeitsumfeld ab
Die sieben vorgestellten Online-Whiteboards setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Microsoft Whiteboard, FigJam und Canva Whiteboards sind eng mit den Plattformen ihrer Anbieter verbunden. Miro, Mural und Lucidspark sind eigenständige Plattformen für visuelle Zusammenarbeit mit Funktionen für Workshops und Planung, und Excalidraw ist ein quelloffenes Zeichenwerkzeug für schnelle Skizzen und Diagramme.
Nutze die kostenlosen Versionen, um mit deinem Team ein echtes Meeting auf zwei oder drei Online-Whiteboards durchzuspielen. Achte dabei besonders darauf, wie leicht externe Teilnehmer dazukommen, und entscheide dich erst danach für einen Bezahltarif.
Häufige Fragen zu Online-Whiteboards
Welche Online-Whiteboards kann ich kostenlos nutzen?
Laut den Anbietern gibt es kostenlose Versionen von Canva, Excalidraw, FigJam, Lucidspark, Miro und Mural, jeweils mit Grenzen, die der Anbieter festlegt. Microsoft Whiteboard ist Teil von Microsoft 365 (Stand Oktober 2026).
Können Teilnehmer ohne eigenes Konto mitarbeiten?
Bei mehreren Tools ja. Laut den Anbietern geht das zum Beispiel bei Canva Whiteboards, bei FigJam für 24 Stunden und bei Miro ab dem Starter-Tarif über öffentlich bearbeitbare Boards. Excalidraw startest du laut Anbieter ganz ohne Konto. Bei Mural bearbeiten Besucher ab Team+ ein Mural, im Free-Tarif haben sie Leserechte.
Was ist der Unterschied zwischen Mitgliedern, Gästen und Besuchern?
Mitglieder sind in der Regel die bezahlten Nutzer eines Teams. Gäste sind meist angemeldete Personen von außerhalb, etwa Kunden, und Besucher arbeiten oft nur über einen Link an einem einzelnen Board mit. Wie die Begriffe genau verwendet werden, legt jeder Anbieter in seiner Tarifübersicht fest.
Darf ich ein Online-Whiteboard für Kundendaten nutzen?
Das hängt unter anderem vom Anbieter, vom Tarif, vom Speicherort der Daten und von den Inhalten ab, die du ablegst. Lies die Datenschutzinformationen des Anbieters und stimme dich im Zweifel mit deinem Datenschutzbeauftragten ab.
Brauche ich ein Touch-Display oder einen Stift?
Nein. Microsoft schreibt zum Beispiel ausdrücklich, dass du Kurznotizen und Text auch ohne digitale Stifte oder Touch-Geräte einfügen kannst. Ein Stift oder Touchscreen macht vor allem das Freihandzeichnen angenehmer.
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